Aktuell

 


10. Okt. 2018, 18 Uhr, Volkshochschule:

Prof. Dr. Andreas Zick, 

„Jüdische Perspektiven auf den Antisemitismus und die Risse in der Gesellschaft“ 

Prof. Zick berichtet über die Verbreitung, Ursachen und Folgen von antisemitischen und anderen menschenfeindlichen Meinungen und Verhaltensweisen.
Dabei soll gefragt werden: Welchen Blick wirft die Mehrheitsgesellschaft auf jüdische Menschen und das Judentum. Im Anschluss wird die Perspektive gewechselt und gefragt: Welche Perspektive haben jüdische Menschen auf den Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit? Welche Tendenzen sehen sie in der Gesellschaft? Was sorgt, was macht Hoffnung? Beide Perspektiven geben eine Grundlage für die Frage: Welche Bildung tut Not angesichts der Mehrheitsmeinungen und einer jüdischen Perspektive? Dazu werden Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum historischen Gedächtnis der Deutschen eingebunden. Sie zeigen, wie unsere Erinnerung getrübt ist und daher eine einfache Bildung nicht mehr funktioniert. Wir müssen neue Wege der Vermittlung von Gleichwertigkeit gehen. Die Veranstaltung soll dafür öffnen.

Prof. Dr. Andreas Zick ist Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) und Professor für Sozialisation und Konfliktforschung an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Bielefeld. Seine Forschungsinteressen umfassen die Schwerpunkte Vorurteile und Diskriminierung.


6. Nov. 2018, 20 Uhr, Volkshochschule: 

Marc Grimm,
Buchpräsentation: „Antisemitismus im 21. Jahrhundert. Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror.“

In den vergangenen Jahren vollzog sich eine deutlich beobachtbare Radikalisierung des Antisemitismus in Europa, die mit den islamistisch motivierten Terroranschlägen von Paris, Toulouse, Brüssel und Kopenhagen auch mörderische Konsequenzen hatte. Als Indikator für eine neue Qualität und Virulenz des Antisemitismus kann jedoch nicht der islamistische Antisemitismus gesehen werden, sondern auch die Zunahme von Antisemitismus in politisch und sozial arrivierten Kreisen und Milieus. Zugleich ist die Hemmschwelle für die Äußerung und Akzeptanz antisemitischer Ressentiments gesunken, sofern diese als „Israelkritik“ camoufliert sind. Die Beiträge des vom Herausgeber Marc Grimm präsentieren Sammelbandes untersuchen Aspekte dieser Entwicklungen und befassen sich schwerpunktmäßig mit Antisemitismus in der öffentlichen  Kommunikation, islamischen Antisemitismus und Antisemitismus in politischen Bewegungen.

Marc Grimm, Dipl. Pol., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter der Universität Bielefeld. Forschung zu Sozialisationsbedingungen in Zeiten gesellschaftlicher Krisen, zu Fragen der Gedenkstättenpädagogik, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Zuletzt erschien der mit Bodo Kahmann verfasste Aufsatz: AfD und Judenbild. Eine Partei im Spannungsfeld von Antisemitismus, Schuldabwehr und instrumenteller Israelsolidarität, in Grigat , Stephan (Hg.): AfD & FPÖ. Antisemitismus, völkischer Nationalismus und Geschlechterbilder, Nomos, 2017.


Freitag, 9. November 2018, 14 Uhr:

Gedenkveranstaltung am Standort der ehemaligen Synagoge, Turnerstr. 5,
und anschließend im Großen Saal des Neuen Rathauses 

Veranstalter: Stadt Bielefeld und Kooperationspartner


5. Dez. 2018, 20 Uhr, Volkshochschule: 

Jörn Böhme, 

„Was bedeutet ‚Freundschaft mit Israel‘?“ 

Freundschaften beruhen auf Gemeinsamkeiten; auf einem Fundament, das Vertrauen und Sympathie zulässt. Vertrauen kann verspielt werden durch ständige Kritik, aber auch durch jegliche Abwesenheit von Kritik. Freundschaften sind fragil und pflegebedürftig. Das gilt  auch  für politische Freundschaften. Was ist nun das Fundament der Freundschaft mit Israel?

Jörn Böhme, Jahrgang 1955, Diplom-Pädagoge, wissenschaftlicher Referent für Nahost und Nordafrika in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag; davor Leiter des Israel-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv von 2005 bis 2010; Koordination des Arbeitskreises Internationale Politik und Menschenrechte in der grünen Bundestagsfraktion von 1995 bis 2005; Israel-Referent der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste von 1980 bis 1987; zahlreiche Veröffentlichungen zu Israel und den deutsch-israelischen Bezieh8ungen.